Pharmaindustrie (FrankfurtRheinMain)
Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen der Pharmaindustrie in der Metropolregion FrankfurtRheinMain zur konjunkturellen Entwicklung.
Leichtes Beschäftigungswachstum hält an
Zum 30.09.2025 waren 40.308 Personen in der Pharmaindustrie in FrankfurtRheinMain sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 1,2 Prozent mehr als zum Stichtag des Vorjahres. Damit hat sich die Pharmaindustrie in Bezug auf die Beschäftigung im Vergleich zu den anderen Branchen des verarbeitenden Gewerbes deutlich besser entwickelt. Auch im Frühsommer 2026 bleibt der IHK-Beschäftigungsindikator mit acht Punkten leicht im positiven Bereich, so dass auch in den kommenden Monaten mit einem leichten Beschäftigungszuwachs zu rechnen ist. Gleichwohl hat sich die Stimmung in den Unternehmen der Pharmaindustrie gegenüber dem Jahresanfang nicht wesentlich verbessert. Der IHK-Geschäftsklimaindex bleibt mit 99 Punkten auf niedrigem Niveau. Der Absatzmarkt in Deutschland stagniert. Ursache hierfür ist vor allem der hohe Kostendruck im Gesundheitssystem: Arzneimittelpreise werden durch Erstattungsregelungen und Rabattverträge reguliert und die gesetzlichen Krankenkassen stehen unter einem erheblichen Finanzierungsdruck. Die Ertragsmöglichkeiten bleiben daher begrenzt.
Der Wachstumsmotor Export stottert
Der wichtigste Wachstumstreiber der Deutschen Pharmaindustrie ist weiterhin der Auslandsmarkt. Besonders wichtig sind die Vereinigten Staaten, die Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie zahlreiche Schwellenländer mit steigenden Gesundheitsausgaben. In der Metropolregion FrankfurtRheinMain hat sich das Exportgeschäft in den letzten Monaten jedoch nicht positiv entwickelt. Der IHK-Auftragsindikator für das Ausland fällt gegenüber dem Jahresanfang um 37 auf minus 20 Punkte. Die zunehmenden geopolitischen Spannungen, gestiegene Transportkosten, Handelskonflikte und Referenzpreissysteme in vielen Ländern haben sich zuletzt negativ auf das Exportgeschäft ausgewirkt. Vor diesem Hintergrund bewertet die Branche die Exportchancen für die kommenden Monate zunehmend skeptischer. Der IHK-Indikator der Exporterwartungen liegt mit minus 9 Punkten im negativen Bereich.
Investitionsbereitschaft geht zurück
Gegenüber dem Jahresanfang hat sich die Investitionsbereitschaft der Unternehmen spürbar eingetrübt; der IHK-Investitionsindikator sinkt um 30 auf nunmehr null Punkte. Zur Erhöhung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit stellen Rationalisierungsmaßnahmen für 58 Prozent der Pharmaunternehmen das Hauptmotiv für ihre Investitionsentscheidungen dar; für ebenfalls 58 Prozent sind es Produktinnovationen (Mehrfachnennungen möglich). Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion in Bezug auf die Gesundheitsreform halten sich die Unternehmen mit Investitionsentscheidungen zurück.
Pharmaindustrie | FrankfurtRheinMain | IHK-Indikatoren
|
IHK-Indikatoren
|
Jan 2026
(2026-I)
|
Mai 2026
(2026-II)
|
Veränderung
|
|---|---|---|---|
|
Auftragseingänge Inland
|
+/-0
|
-20
|
-20
|
|
Auftragseingänge Ausland
|
+17
|
-20
|
-37
|
|
Geschäftslage
|
+30
|
+15
|
-15
|
|
Geschäftserwartungen
|
-30
|
-15
|
+15
|
|
Exporterwartungen
|
+25
|
-9
|
-34
|
|
Investitionsvolumen
|
+30
|
+/-0
|
-30
|
|
Beschäftigung
|
+10
|
+8
|
-2
|
Pharmaindustrie | FrankfurtRheinMain | Diagramme
Pharmaindustrie | FrankfurtRheinMain | Trendprognose für die nächsten 6 Monate
|
Produktion
|
Investitions-
volumen |
Beschäftigung
|
Export
|
|---|---|---|---|
| leicht sinkend | stagnierend | leicht steigend | leicht sinkend |
