Industrie-Konjunktur in Hessen

Der Geschäftsklimaindex in der Industrie verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Hessen zur konjunkturellen Entwicklung.
Hessische Industrie weiterhin im Abwärtssog
Der Abwärtstrend in der hessischen Industrie setzt sich fort. Zwar hat die Abwärtsdynamik bei den Aufträgen etwas nachgelassen, aber sowohl der IHK-Auftragseingangsindikator für das Inland als auch der für das Ausland bleiben jeweils mit minus 20 Punkten deutlich im Minus. Gut jeder dritte hessische Betrieb des verarbeitenden Gewerbes verzeichnet zum Jahresanfang 2026 einen Auftragsrückgang, lediglich bei rund 14 Prozent hat sich die Auftragslage verbessert. Besonders schwach entwickelten sich die Auftragseingänge zuletzt bei den Investitionsgüterproduzenten.
IHK-Geschäftsklimaindex notiert bei 86 Punkten
Gegenüber der Vorumfrage steigt der IHK-Geschäftsklimaindex um vier Punkte, notiert aber mit 86 Punkten auf einem sehr niedrigen Niveau. Der IHK-Indikator der Geschäftslage bleibt mit minus 18 Punkten weit im negativen Bereich. Ein wenig verbessert zeigen sich die Geschäftserwartungen: Der IHK-Geschäftsindikator steigt um fünf Punkte, notiert aber bei minus zehn Punkten im negativen Bereich. Ein Viertel der Unternehmen rechnet mit einer weiteren Verschlechterung ihrer Lage, lediglich 15 Prozent erwarten eine günstigere Entwicklung.
Produktionsrückgang in der hessischen Industrie dürfte sich 2026 fortsetzen
Nicht nur die schwache Auftragslage deutet auf eine weiterhin rückläufige Produktion in der hessischen Industrie hin, sondern auch die Erwartungen. Diese Situation hat jedoch nicht nur konjunkturelle Ursachen, sondern ist insbesondere struktureller Natur: Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie ist spürbar gesunken. Bürokratie, hohe Energiepreise und steigende Arbeitskosten erschweren die Situation. Aktuell sehen 67 Prozent der Unternehmen die gesetzlichen Rahmenbedingungen als Hauptrisiko für die weitere Entwicklung, 60 Prozent nennen die Arbeitskosten und 55 Prozent die Preise für Energie und Rohstoffe (Mehrfachnennungen möglich). Diese schwierigen Standortbedingungen wirken sich auch negativ auf die Investitionsbereitschaft in den heimischen Standort aus. So fällt der IHK-Investitionsindikator gegenüber der letzten Umfrage um drei Punkte auf minus 19 Punkte. Ersatzinvestitionen (67 Prozent der Nennungen) dominieren, zudem spielen Rationalisierungen für 43 Prozent der befragten Unternehmen eine entscheidende Rolle bei Investitionsentscheidungen (Mehrfachnennungen möglich).
Industriestandort Hessen verliert weiter Beschäftigte
Bereits im Zeitraum 2024 bis 2025 (Stichtag: 30.06.) hat sich in Hessen ein massiver Stellenabbau vollzogen; die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe ist um über 13.000 Personen gesunken (minus 3,1 Prozent). Insbesondere in der Metallindustrie sowie im Fahrzeugbau ging die Beschäftigung stark zurück. Der Personalabbau dürfte sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen. 29 Prozent der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes möchten Arbeitsplätze abbauen, lediglich neun Prozent neue Stellen schaffen.

Industrie | Hessen | IHK-Indikatoren

IHK-Indikatoren
Okt 2025
(2025-III)
Jan 2026
(2026-I)
Veränderung
Auftragseingänge Inland
-37
-20
+17
Auftragseingänge Ausland
-29
-20
+9
Geschäftslage
-21
-18
+3
Geschäftserwartungen
-15
-10
+5
Exporterwartungen
-16
-8
+8
Investitionsvolumen
-16
-19
-3
Beschäftigung
-21
-20
+1

Industrie | Hessen | Diagramme

Industrie | Hessen | Trendprognose für die nächsten 6 Monate


Produktion

Investitions-
volumen

Beschäftigung

Export
sinkend sinkend sinkend leicht sinkend