Industrie-Konjunktur in Hessen
Der Geschäftsklimaindex in der Industrie verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Hessen zur konjunkturellen Entwicklung.
Weiter rückläufige Aufträge
Die Auftragslage hat sich zum Frühsommer 2026 im verarbeitenden Gewerbe der Metropolregion FrankfurtRheinMain gegenüber dem Jahresanfang weiter verschlechtert. Der Abwärtstrend hat aber an Dynamik verloren Die IHK-Auftragseingangsindikatoren für das In- und Ausland befinden sich jeweils mit minus 16 Punkten weiterhin im negativen Bereich, auch wenn sich die Werte gegenüber dem Jahresanfang etwas verbessert haben. Besonders schwach entwickelte sich zuletzt die Nachfrage bei den Verbrauchsgüterproduzenten, während sie sich bei den Herstellern von Investitionsgütern etwas stabilisiert hat.
Unternehmenserwartungen verschlechtert
Die aktuelle Geschäftslage wird von den Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes nicht mehr so negativ beurteilt wie noch zum Jahresbeginn. Der IHK-Geschäftslageindikator steigt gegenüber der Vorumfrage um elf auf minus zehn Punkte. Aktuell bewerten 17 Prozent ihre Geschäftslage als „gut“ und 27 Prozent als „schlecht“ (54 Prozent als „befriedigend“). Eingetrübt haben sich die Unternehmenserwartungen – nicht zuletzt durch den während der Umfrage begonnenen Angriffs Israels und der Vereinigten Staaten auf den Iran. Der IHK-Erwartungsindikator sinkt um acht auf minus 18 Punkte. 30 Prozent der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes erwarten für die kommenden Monate eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage, lediglich 12 Prozent eine Verbesserung. Unverändert schlecht bleibt daher auch das Geschäftsklima in den Unternehmen. Der IHK-Geschäftsklimaindex liegt mit 86 Punkten weiterhin deutlich unter der neutralen Marke von 100-Punkten.
Rückgang der Industriebeschäftigung
Der Abbau der Industriebeschäftigung dürfte sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Der IHK-Beschäftigungsindikator befindet sich mit minus 15 Punkten weiterhin deutlich im negativen Bereich. Jeder vierte Betrieb des verarbeitenden Gewerbes möchte in den kommenden Monaten Arbeitsplätze abbauen, lediglich jeder Zehnte neue Stellen schaffen. Dabei betrifft der geplante Beschäftigungsabbau nahezu alle Industriebranchen. Lediglich in der pharmazeutischen Industrie zeigt sich ein positiveres Bild. Bereits im Zeitraum 2024 bis 2025 (Stichtag: 30.09.) sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um rund 10.500 Personen. Dies entspricht einem Beschäftigungsrückgang von 2,9 Prozent innerhalb von nur zwölf Monaten. Der Arbeitsplatzabbau hat wesentlich auch strukturelle Ursachen. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie hat deutlich nachgelassen. Bürokratische Hemmnisse, hohe Energiepreise und hohe Arbeitskosten belasten die Industrie. Aktuell geben 76 Prozent der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in FrankfurtRheinMain als Hauptrisiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung die hohen Energie- und Rohstoffkosten an, 67 Prozent die gesetzlichen Rahmenbedingungen und 58 Prozent die Höhe der Arbeitskosten (Mehrfachnennungen waren möglich). Die ungünstigen Standortbedingungen wirken sich auch negativ auf die Investitionsbereitschaft aus. Der IHK-Investitionsindikator liegt mit minus 15 Punkten deutlich im negativen Bereich. Nach dem Ersatzbedarf (68 Prozent der Nennungen) spielen Rationalisierungen für 36 Prozent der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes die Hauptrolle bei ihren Investitionsentscheidungen (Mehrfachnennungen waren möglich).
Industrie | Hessen | IHK-Indikatoren
|
IHK-Indikatoren
|
Jan 2026
(2026-I)
|
Mai 2026
(2026-II)
|
Veränderung
|
|---|---|---|---|
| Auftragseingänge Inland |
-27
|
-16
|
+11
|
| Auftragseingänge Ausland |
-24
|
-16
|
+8
|
| Geschäftslage |
-21
|
-10
|
+11
|
| Geschäftserwartungen |
-10
|
-18
|
-8
|
| Exporterwartungen |
-7
|
-17
|
-10
|
| Investitionsvolumen |
-20
|
-13
|
+7
|
| Beschäftigung |
-21
|
-15
|
+6
|
Industrie | Hessen | Diagramme
Industrie | Hessen | Trendprognose für die nächsten 6 Monate
|
Produktion
|
Investitions-
volumen |
Beschäftigung
|
Export
|
|---|---|---|---|
| sinkend | sinkend | sinkend | leicht sinkend |
