Maschinenbau (Hessen)

Der Geschäftsklimaindex verdeutlicht die Einschätzung der Unternehmen des Maschinenbaus in Hessen zur konjunkturellen Entwicklung.
Allmähliche Stabilisierung im hessischen Maschinenbau
Im hessischen Maschinenbau zeichnet sich eine allmähliche Stabilisierung ab, allerdings noch keine Trendwende zum Besseren. Die Auftragseingangs-Indikatoren für das In- und Ausland bleiben mit minus 13 Punkten weiterhin im negativen Bereich. Zuletzt kamen mehr Bestellungen aus den Nicht-Euro-Ländern, während die Nachfrage aus dem Euro-Raum schwach verlief. Das Exportgeschäft bleibt die zentrale Stütze für den regionalen Maschinenbau. Daher ist diese Branche auch besonders anfällig für Zölle, geopolitische Krisen, Wechselkursschwankungen und Investitionszurückhaltung. Im Jahr 2025 gingen die Maschinenausfuhren bundesweit preisbereinigt um 3,3 Prozent zurück. Besonders belastend war die Situation in China und den USA, die sich zum Frühsommer 2026 nicht verbessert hat. Die USA sind der wichtigste Einzelmarkt für den heimischen Maschinenbau; die US-Zollpolitik belastet daher die Branche erheblich. Starke Nachfragerückgänge gab es zuletzt bei Maschinen für Bau, Landwirtschaft und Automobilproduktion. Zudem bleibt China ein strukturelles Problemfeld. Die deutschen Maschinenexporte nach China gingen im Jahr 2025 um 8,2 Prozent zurück. Gründe hierfür sind die schwächere chinesische Industriekonjunktur, Überkapazitäten, die Immobilienkrise, vor allem aber auch die zunehmende lokale Produktion und der wachsende technologische Wettbewerb chinesischer Maschinenbauer. Für den deutschen Maschinenbau geraten vor allem Standardmaschinen und preissensible Segmente unter Druck, zugleich hat sich aber auch die chinesische Wettbewerbsposition bei Spezialmaschinen, Hightech-Anlagen sowie Präzisionstechnik merklich verbessert. In diesem schwierigen Umfeld erwarten die hessischen Maschinenbauer derzeit keine Impulse aus dem Exportgeschäft. Der IHK-Indikator der Exporterwartungen sinkt gegenüber der Vorumfrage nochmals um 12 auf nunmehr minus 27 Punkte.
Aber keine Trendwende in Sicht
Angesichts der aktuellen Auftragssituation und den Exporterwartungen ist in den kommenden Monaten nicht mit einer Belebung im hessischen Maschinenbau zu rechnen. Vor dem Hintergrund der aktuell hohen geopolitischen Unsicherheiten sinkt vielmehr der Indikator der Geschäftserwartungen um sechs auf minus neun Punkte. Die Investitionsbereitschaft bleibt gering. 29 Prozent der Maschinenbau-Unternehmen möchten in den kommenden Monaten ihr Investitionsvolumen reduzieren, nur 24 Prozent ausweiten. Für 67 Prozent der Unternehmen ist der Ersatzbedarf das Hauptmotiv für die Investitionsentscheidungen, für 46 Prozent Rationalisierungsmaßnahmen und lediglich für 24 Prozent Produktinnovationen (Mehrfachnennungen möglich).
Bürokratie und hohe Arbeitskosten verstärken die Wettbewerbsnachteile
Neben der schwachen Nachfrageentwicklung aus dem In- und Ausland sehen die hessischen Unternehmen des Maschinenbaus vor allem in der Bürokratie und den Arbeitskosten besondere Herausforderungen. 72 Prozent der Unternehmen geben an, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen ein Hauptrisiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung darstellen, mehr als jedes zweite Unternehmen sieht dies aktuell in der Höhe der Arbeitskosten (Mehrfachnennungen waren möglich). Der Beschäftigungsabbau wird sich aller Voraussicht fortsetzen. Im Zeitraum 2024 bis 2026 (Stichtag 30.09.) sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im hessischen Maschinenbau um 1,9 Prozent. Zum Jahresanfang 2026 möchten 26 Prozent der Unternehmen Stellen abbauen, lediglich neun Prozent neue Arbeitsplätze schaffen.

Maschinenbau | Hessen | IHK-Indikatoren

IHK-Indikatoren
Jan 2026
(2026-I)
Mai 2026
(2026-II)
Veränderung
Auftragseingänge Inland
-37
-13
+24
Auftragseingänge Ausland
-31
-13
+18
Geschäftslage
-21
-5
+16
Geschäftserwartungen
-3
-9
-6
Exporterwartungen
-15
-27
-12
Investitionsvolumen
-10
-5
-5
Beschäftigung
-20
-17
-3

Maschinenbau | Hessen | Diagramme

Maschinenbau | Hessen | Trendprognose für die nächsten 6 Monate


Produktion

Investitions-
volumen

Beschäftigung

Export
sinkend leicht sinkend sinkend sinkend