Überlegungen zur Standortwahl
Die Wahl des richtigen Standorts ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Ihre Gründung. Dabei spielen – je nach Geschäftsmodell – unterschiedliche Kriterien eine Rolle. Während bei stationären Angeboten insbesondere Lage, Erreichbarkeit und Kundennähe entscheidend sind, rücken bei wissensbasierten oder digitalen Geschäftsmodellen zunehmend Faktoren wie Fachkräfteverfügbarkeit, Netzwerke und Infrastruktur in den Fokus.
Unabhängig von der Art Ihres Vorhabens empfiehlt es sich, verschiedene Standortalternativen systematisch zu prüfen und miteinander zu vergleichen.
Bei der Gründung eines Unternehmens kann schon der Standort für den künftigen Erfolg oder Misserfolg ausschlaggebend sein. Vom Grundsatz her sollten mehrere Standortalternativen nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis überprüft werden. Stehen mehrere Standorte zur Auswahl, sollte auf Basis eines einfachen Punktebewertungsmodells eine Standortauswahl getroffen werden. Kriterien können hier z.B. Mietpreise und Infrastruktur sein.
Stellen Sie sich selbst die Frage, ob Sie die Vor- und Nachteile verschiedener Standorte sorgfältig geprüft und abgewogen haben, insbesondere Größe und Reichweite des Einzugsgebietes, Kaufkraftvolumen im Einzugsgebiet und erreichbares Umsatzpotential, Zahl, Größe, Entfernung und Attraktivität vergleichbarer Mitbewerber, Qualität Ihres Standortes gegenüber jenen Ihrer Mitbewerber (Sichtbarkeit des Geschäftes, Laufstraßenlage, Verkehrsanbindung, digitale Anbindung, Parkplätze), Eignung des Standortes für Ihren Kundenkreis (Fußgänger oder Autofahrer), Möglichkeit, geeignetes Personal zu bekommen etc. Beachten Sie bei der Standortwahl auch, ob Sie die geforderten Mieten oder Grundstückspreise mit dem erwarteten Umsatz erwirtschaften können.
Die Standortanalyse
I. Der Standort
Bei der Gründung eines Unternehmens kommt der Wahl des Standorts eine herausragende Bedeutung zu. Vor allem im Einzelhandel, in der Gastronomie und bei sonstigen Dienstleistern, die sich an den Privatkunden wenden, kann schon der Standort für den künftigen Erfolg oder Misserfolg ausschlaggebend sein. Jeder Existenzgründer sollte daher eine eigene Standortanalyse anstellen. Dazu können zunächst allgemeine Informationen aus Fachzeitschriften, Datenbanken, von Verbänden und statistischen Ämtern herangezogen werden.
Bei der Gründung eines Unternehmens kommt der Wahl des Standorts eine herausragende Bedeutung zu. Vor allem im Einzelhandel, in der Gastronomie und bei sonstigen Dienstleistern, die sich an den Privatkunden wenden, kann schon der Standort für den künftigen Erfolg oder Misserfolg ausschlaggebend sein. Jeder Existenzgründer sollte daher eine eigene Standortanalyse anstellen. Dazu können zunächst allgemeine Informationen aus Fachzeitschriften, Datenbanken, von Verbänden und statistischen Ämtern herangezogen werden.
Die eingeholten Informationen müssen aber auf jeden Fall um eigene Nachforschungen vor Ort ergänzt werden. Persönliche oder telefonische Gespräche mit potenziellen Kunden, Lieferanten, künftigen Wettbewerbern, lokalen Werbegemeinschaften, Stadt-/ Gemeindeverwaltungen und IHK können wertvolle Beiträge leisten.
Dazu gehört je nach Branche auch eine persönliche Beobachtung der Passantenströme. Nur etwa 10% der Einzelhandelskunden nehmen in der Regel Fußwege über 10 Gehminuten hinaus in Kauf. Autofahrer meiden Anfahrten, die länger als 30 Minuten dauern.
II. Vor allem folgende Standort-Faktoren sind zu beachten:
1. Zielgruppe und Bedarf
Analysieren Sie, wer Ihre Kundinnen und Kunden sind und wie gut diese vom gewählten Standort aus erreichbar sind. Prüfen Sie auch, ob und in welchem Umfang Ihr Angebot digital bereitgestellt werden kann.Die Kommunen und Kreise geben Auskunft über die Zusammensetzung der Bevölkerung. Anhaltspunkte lassen sich gegebenenfalls schon aus dem Angebot der Mitbewerber gewinnen. Statistische Ämter verfügen über interessante Strukturmerkmale der Haushalte.
2. Kaufkraft und Marktpotenzial
Untersuchen Sie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Standort. Neben der regionalen Kaufkraft kann – je nach Geschäftsmodell – auch das überregionale oder digitale Marktpotenzial von Bedeutung sein. Öffentlich zugängliche Erhebungen geben Auskunft über die örtliche Kaufkraft. Attraktive Angebote im Umkreis können allerdings zu Kaufkraftabflüssen führen.
3. Wettbewerb und Umfeld
Verschaffen Sie sich einen Überblick über bestehende Wettbewerber und deren Angebote. Ein gewisses Maß an Wettbewerb kann auch ein Hinweis auf vorhandene Nachfrage sein. Darüber hinaus können Kooperationen und Netzwerke vor Ort von Vorteil sein. Welche Mitbewerber sind bereits vertreten? Wie und zu welchen Preisen ist deren Produktpalette ausgerichtet?
4. Lage und Erreichbarkeit
Für viele Gründungsvorhaben sind eine gute Verkehrsanbindung, Sichtbarkeit und Erreichbarkeit wichtige Kriterien. Berücksichtigen Sie dabei sowohl die Perspektive Ihrer Kundschaft als auch die Ihrer Beschäftigten. Für den Individualverkehr sind Parkplätze äußerst wichtig. Wie steht es um die Anbindung des öffentlichen Personennahverkehrs?
Eine hohe Passantendichte wie in Innenstadtlagen, Fußgängerzonen und Passagen ist sicher vorteilhaft. Damit sind jedoch immer höhere Laden- oder Büromieten verbunden, weshalb sorgfältig abgewogen werden sollte, ob eine 1a-Lage wirklich erforderlich ist. Die Nähe von Geschäften anderer Branchen mit hoher Kundenfrequenz, Arztpraxen oder Banken spricht für einen günstigeren Standort. Befinden sich Geschäfte mit ergänzendem Angebot in der Nähe, so dass Synergieeffekte genutzt werden können? Die Existenz von Verbrauchermärkten, Fachmärkten oder SB-Warenhäusern im Einzugsbereich wirkt sich je nach Beschaffenheit des eigenen Warensortiments negativ oder positiv aus.
Das produzierende Gewerbe ist auf gut ausgebaute Verkehrswege angewiesen. Die Gewerbesteuerbelastung hängt vom jeweiligen Hebesatz der Kommune ab. Bei ansonsten ähnlichen Rahmenbedingungen kann sich ein Vergleich lohnen.
Zur Infrastruktur zählt ebenso die digitale Anbindung. Auch weiche Standortfaktoren wie das wirtschaftliche Umfeld, Förderangebote oder die Nähe zu relevanten Institutionen können eine Rolle spielen.
5. Gewerberaum
Grundsätzlich muss eine Genehmigung zur gewerblichen Nutzung als Laden, Büro, Werkstatt oder Lager vorhanden sein. Über die zulässige Nutzung erteilt das zuständige Rathaus/Bauverwaltung Auskunft. Die Räumlichkeiten müssen den baurechtlichen Bestimmungen und der Betriebsstätten-Verordnung (z. B. Aufenthaltsraum für Personal) entsprechen. Ansprechpartner sind Berufsgenossenschaft und Staatliches Amt für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik. Fläche und Zuschnitt der Räume sollten sinnvoll zu nutzen sein. Bestehen gegebenenfalls Erweiterungsmöglichkeiten? Große Schaufenster sind immer vorteilhaft.
Soll das Unternehmen von einer Wohnung aus betrieben werden, ist die Zustimmung des Vermieters bzw. der Miteigentümer erforderlich. In der Regel ist eine Tätigkeit als Handelsvertreter, Schreibbüro usw. unproblematisch, sofern kein wesentlicher Publikumsverkehr damit verbunden ist. Eine intensive Nutzung könnte jedoch als Zweckentfremdung von Wohnraum unzulässig sein. Das Amt für Wohnungswesen beim Rathaus erteilt im Zweifel Auskunft. Produzierende Betriebe müssen umfangreiche Umweltschutzbestimmungen einhalten.
Achten Sie bei der Auswahl geeigneter Räumlichkeiten auf Größe, Zuschnitt, Nutzungsmöglichkeiten und Erweiterungsoptionen. Flexible Lösungen – etwa gemeinsam genutzte Büroflächen – können insbesondere in der Anfangsphase sinnvoll sein.
Die Standortfaktoren
Sie listen die Standortfaktoren auf und weisen ihnen je nach Wichtigkeit einen Gewichtungsfaktor zu, z.B. von 1 bis 10. Danach erfolgt eine Benotung, z.B. 5 = sehr gut, 4 = gut, 3 = mittel, 2 = schlecht, 1 = sehr schlecht), welche mit dem jeweiligen Gewichtungsfaktor multipliziert wird. Der Standort mit der höchsten Punktzahl entspricht dann am ehesten den Anforderungen Ihres Vorhabens.
| Standortfaktoren | Gewichtung | Bewertung Standort A |
Punkte | Bewertung Standort B |
Punkte |
| Kundennähe | |||||
| Konkurrenz | |||||
| Infrastruktur | |||||
| Verkehrsanbindung | |||||
| Mitarbeiter | |||||
| Miethöhe/Kaufpreis | |||||
| Auflagen | |||||
| Fördermöglichkeiten | |||||
| Summe |
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